Vom 16. Juni bis 17. Juli Falter im Garten und auf dem Balkon zählen

Wer in den vergangenen Jahren genauer hingeschaut hat, konnte bemerken: Viele Schmetterlingsarten werden immer seltener. Admiral, Kleiner Fuchs, oder Tagpfauenauge kommen längst nicht mehr so häufig vor wie noch vor einigen Jahren. Um auf diesen dramatischen Artenschwund unserer heimischen Insektenfauna aufmerksam zu machen, hat der NABU NRW 2014 das von der Stiftung Umwelt und Entwicklung geförderte Projekt „Zeit der Schmetterlinge“ ins Leben gerufen. Zu der im Rahmen des Projektes durchgeführten landesweiten Schmetterlingszählaktion ruft der NABU auch in diesem Jahr wieder alle Schmetterlingsfreunde vom 16. Juni bis 17. Juli auf.

„Gezählt werden kann überall: im eigenen Garten, im Park um die Ecke, am Straßenrand oder an anderen Stellen, an denen Schmetterlinge auftauchen“, sagt Christian Chwallek, stellvertretender Vorsitzender des NABU NRW. Dabei können die Tiere mehrmals am Tag oder über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Die genaue Zählanleitung und Abbildungen von Schmetterlingen sind auf einer Zählhilfe im Anhang oder unter www.schmetterlingszeit.de abrufbar. Zur Auswertung sollten die ausgefüllten Zählhilfen mit dem Stichwort „Zeit der Schmetterlinge“ entweder per Post an die Landesgeschäftsstelle des NABU NRW oder per E-Mail an Schmetterlingszeit@NABU-NRW.de geschickt werden. Wer ganz auf Papier verzichten möchte, nutzt das Online-Formular auf der oben genannten Internetseite.

Mit der Aktion möchte der NABU NRW herausfinden, welche und wie viele Schmetterlinge in Nordrhein-Westfalen überhaupt noch entdeckt werden können. Die Experten des Entomologischen Vereins in Krefeld stellten über einen Zeitraum von 20 Jahren regional einen Rückgang der Insekten um 70 bis 80 Prozent fest, bei den Tagfaltern um mehr als die Hälfte. So konnten Teilnehmer der Schmetterlingsaktion im letzten Jahr in ihren Gärten hauptsächlich Kohlweißlinge zählen, von den bunten Faltern wie C-Falter oder Distelfalter waren fast keine unterwegs. Selbst das „Große Ochsenauge“, immerhin auf Platz zwei der Zählung, gab es nur ein Drittel mal so häufig wie die Kohlweißlinge. „Umso wichtiger, auch in den nächsten Jahren viele Vergleichszahlen zu sichern, um eine Tendenz bei der Entwicklung der Faltervorkommen herausfinden zu können“, so Chwallek.

Weitere Informationen zur Aktion unter www.schmetterlingszeit.de.

Für Rückfragen:

Sarah Schramme, Projekt „Zeit der Schmetterlinge“, Tel.: 0211-15 92 51-44

Christian Chwallek, stellv. Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0172 30 50 359

Im letzten Jahr konntet ihr die Wasserlabore kostenlos bei uns bekommen und viele NAJU-Gruppen haben sie ausprobiert und uns ihre Ergebnisse zugeschickt. Darüber haben wir uns sehr gefreut!

Auch in diesem Jahr möchten wir euch kleine Minilabore zur Verfügung stellen. Die NAJU-Mini-Umweltlabore können bei uns kostenlos bestellt werden, solange der Vorrat reicht!

Mit dem Minilabor könnt ihr verschiedene Experimente zu den Themen Ozon / Luft, Boden und Wasser durchführen und euch mithilfe der anschaulichen Erläuterungen mit den Begriffen vertraut machen. Ihr könnt die Konzentration des Ozon in der Luft messen, Fingerproben zur Beurteilung der Bodenart durchführen, Öl in Wasser nachweisen und vieles mehr. 

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns wieder eure Ergebnisse zusendet.

Viel Spaß beim Forschen und Entdecken!

Umweltlabor 1 Klein

Die Naturschutzjugend in Düsseldorf sucht für ihre Kindergruppe Verstärkung in ihrem Betreuerteam. Die Kinder sind zwischen 7 und 12 Jahre alt und werden auf ihren Ausflügen an die Natur herangeführt.

Lust auf Naturerlebnis mit jungen Naturforschern?

Wer selbst gerne in die Natur geht und seinen Forscherdrang mit abenteuerhungrigen Kids teilen möchte, ist hier genau richtig. Nicht Expertenwissen ist gefragt, sondern Neugier, Offenheit und Freude an der Natur.

Näheres über die NAJU-Düsseldorf erfahrt ihr auf der Webseite: http://www.nabu-duesseldorf.de/index.php/naju-duesseldorf.

Bei Fragen stehen euch die Gruppenleiter Norman Meier und Sabine Müller gerne zur Verfügung.

NAJU-Jugendgruppe des NABU Bonn stellt gemeinsam mit der Biostation Bonn Mauern für die Mauereidechse frei!

Verglichen mit Gesamteuropa ist das Bonner Stadtgebiet mit Reptilien relativ artenarm: nur sieben von ca. 180 Arten kommen in Bonn vor (in Deutschland sind es auch nur um die 16). Von den sieben Arten sind vier Echsen – die Waldbewohner Blindschleiche und Waldeidechse, die Offenlandbewohnerin Zauneidechse und die in Mauern oder Steinbrüchen lebende Mauereidechse (Podarcis muralis). Die Mauereidechse erreicht im Bonner Stadtgebiet ihre nördliche Arealgrenze. In NRW kommt die Mauereidechse natürlich in der Eifel bei Aachen und im Siebengebirge bei Bonn vor (allerdings gab es viele Aussetzungen an anderen Orten in NRW wie im Bonner Botanischen Garten), im Bonner Stadtgebiet in den Steinbrüchen im Ennert und in alten Bruchsteinmauern in Oberkassel („Oberkasseler Mauern“).

Jedes Jahr stellt die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft im Rahmen von öffentlichen Pflegaktionen zweimal die Oberkasseler Mauern für die Mauereidechsen frei. Am 29.4. dieses Jahres hat sich die Jugendgruppe des NABU Bonn an dieser Aktion beteiligt. Es kamen Leon und Caspar, sowie Jürgen Wissmann. Die Aktion leitete der Landschaftspfleger der Biostation Bonn, der mit einem seiner FÖJler kam, außerdem kamen sechs weitere Helfer. Zusammen wurden die Mauern freigestellt (also von Efeu, Weinrebe, Waldrebe, Schöllkraut und Büschen befreit, die in den Mauern wuchsen), damit die Mauereidechsen sich mehr sonnen können. Die Aktion hat sich gelohnt: Aufgrund des sonnigen Wetters wurden ab der Mittagszeit viele Mauereidechsen beobachtet.

Mauereidechse Casper Jung

Text und Bild: Caspar Jung

„Raus aus Kohle und Atom, denn wir wollen Ökostrom!“, rufen wir, während wir das rote Band halten und auf und ab schwingen. Wir stehen vor dem RWE Gebäude in Essen und versuchen, auf unsere Aktion der „roten Linie“ gegen RWE aufmerksam zu machen. Es ist gar nicht so viel los, wie ich erwartet hatte und doch hoffen wir alle, etwas bewirken zu können.

Am vergangenen Donnerstag, 27.4.17, fand die RWE Hauptversammlung in der Grugahalle in Essen statt. Dies nahmen sich die Organisationen „attac Köln“ und „Kritische Aktionäre“ zum Anlass, um eine Protestaktion zu starten. Die anwesenden Menschen, sowohl wir von der NAJU NRW und der NAJU Essen, als auch beispielsweise ein paar Vertreter der „Grünen“, waren dort und hielten gemeinsam eine lange Bande aus rotem Stoff fest. Als Zeichen gegen die Ausbeutung der Natur. Als Zeichen für unsere Unzufriedenheit mit dem Kohleabbau und als Aufruf dazu, von Kohlekraft endlich einen großen Abstand einzunehmen. Wie es auf einem der Plakate so schön stand: „Respect existence or expect resistance”.

Pia Heyn

Mit Fabian und Thiemo Karwinkel leiten dieses Seminar zwei junge und fachkundlich versierte Ornithologen, die euch die faszinierende Tiergruppe der Vögel näher bringen möchten. Ihr könnt eure Artenkenntnis auffrischen und gleichzeitig spielerisch lernen, wie ihr die Begeisterung für diese Tiere an Kinder und Jugendliche weitergeben könnt.

Die Rieselfelder in Münster bieten einen Seminarraum mitten im Vogelparadies. Wer ein Fernglas besitzt, kann es gerne mitbringen. Das Seminar wird im Rahmen der Juleicaausbildung als Modul III anerkannt.

Wo? Rieselfeldhof, Münster

Wann? 13.05.2017

Beitrag: 25,- €, für NAJU-Mitglieder 20,- €

Jetzt anmelden unter: http://www.naju-nrw.de/mach-mit/seminaranmeldung/view/form

Pressegespräch zur EU-Agrarförderung und zum Ökolandbau mit der NAJU NRW

Um naturschutzpolitisch Bilanz zu ziehen und Perspektiven für eine zukünftige Natur- und Umweltschutzpolitik bei den Parteien abzufragen, veranstaltet die NABU NRW die "Landtagswahltour Natur". Jeden Tag wird eine neue Etappe gewandert, um für den Naturschutz in Nordrhein-Westfalen einzutreten, jeden Tag wird ein neues natur- und umweltschutzpolitisch relevantes Thema angesprochen.

Am  vierten Tag drehte sich alles um das Thema Landwirtschaft. Auf dem Schanzenhof, ein Demeterbetrieb in Alpen, wurde für und über eine naturverträglichere Landwirtschaft mit Vertretern der Politik, des Landwirtschafts- und Biobauernverbands und des Umweltschutzes diskutiert.

Bei den einleitenden Worten wurde deutlich, wie aktuell dieses Thema ist. Der bisherige Eindruck der Teilnehmer an den ersten Wandertagen zeigte einen bedrückenden Artenrückgang in der Landschaft. Beispielsweise wurden weder Goldammer noch Feldlerche in ihren typischen Lebensräumen gesichtet. Der NABU NRW fordert auch in seinem aktuellen LivingLandProjekt eine gerechtere und umweltverträglichere Agrarpolitik (https://blogs.nabu.de/naturschaetze-retten/100000-livingland/). Die Politik ist hier eindeutig gefordert etwas zu tun!

Die Politiker hatten während des Pressegesprächs die Möglichkeit, sich zu äußern. Herr Conzen vom Landwirtschaftsverband setzt auf eine verlässliche Politik aus Brüssel. Seiner Meinung nach ändert sich nichts, wenn die Landwirte es nicht wagen können in neue Maßnahmen auf ihren Höfen zu investieren und ihre Einkommen nicht gesichert sind. Herr Liefert vom Biobauernverband betonte die steigende Nachfrage der Ökolebensmittel. Mehr regionale Ökobetriebe wären wichtig. Die Revision der Öko-Verordnung müsste gestoppt und angehende Landwirte besser über ökologische Landwirtschaft informiert und ausgebildet werden. Auch Norbert Meesters von der SPD betonte die Ausbildung der Landwirte. Eine Zukunftsperspektive für Landwirte wäre wichtig, aber auch biodiversitätsrelevante Maßnahmen und die Direktvermarktung müssten stärker finanziert werden. Für Herrn Fehring von der CDU stand die Marktwirtschaft im Vordergrund und auch Herr Höne von der FDP stellte die wirtschaftliche Perspektive für Landwirte heraus, die auf ihrem eigenen Hof nicht eingeschränkt werden dürften, beispielsweise für Entscheidungen, die sie in der Vergangenheit getroffen hätten, wie z.B. einen Teich anzulegen und dieses evtl. schützenswerte Biotop nicht jederzeit wieder versiegeln zu dürfen. Verbraucher würden vermehrt Ökolebensmittel fordern, wären aber nicht bereit, dafür zu bezahlen. Als Gegenpol stellte Herr Rüße von den Grünen nochmal heraus, dass die Umweltbelange zukünftig stärker zu berücksichtigen sind. Kleine und mittlere Betriebe müssten stärker unterstützt werden. Alte Gewerbeflächen müssten saniert werden, um nicht die wertvollen landwirtschaftlichen Flächen in Gewerbeflächen umzuwandeln. Die Versiegelung müsse gestoppt werden.

Dieser kurze Abriss macht hoffentlich deutlich, dass die Meinungen der Teilnehmenden durchaus differieren. Der NAJU fehlte allerdings die Nähe zur Natur, die nur in den einleitenden Worten rüberkam: Wo sind die Arten, die Goldammer, die Feldlerche geblieben? Wo sind die blühenden Ackerrandstreifen als Rückzugsraum für viele unserer Tier- und Pflanzenarten geblieben? Die Artenarmut ist überall präsent, wenn wir mit offenen Augen und Ohren durch die Natur gehen!  Wir als NAJU NRW fragen uns nach diesem Gespräch nach wie vor, wie es weitergeht und wie wir in unseren Kinder- Jugend- und Familiengruppen Kindern eine artenreiche Natur vor der Haustür zeigen sollen, wenn sie immer mehr verarmt und wie wir den Kreislauf unserer Lebensmittel zeigen sollen, wenn es überall nur nach Überdüngung riecht, Brennnesseln statt Klatschmohn am Ackerrand wachsen und keine Kuh mehr auf der Weide steht. Wir hoffen, die Politik denkt nicht nur an ihre Wahlergebnisse, sondern auch daran, bald etwas für eine naturverträglichere Landwirtschaft zu tun!

Frohe Ostern wünscht das ganze NAJU NRW-Team!!!
Aus Urlaubsgründen ist unsere Geschäftsstelle in der Woche ab dem 18.4. nur eingeschränkt erreichbar.